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Künstliche Intelligenz wird grundsätzlich unterteilt in starke und schwache KI. Während schwache künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz schon heute in abgegrenzten Teilbereichen erreicht oder übertrifft, wäre eine starke künstliche Intelligenz in allen Bereichen auf dem mindestens gleichen Niveau, wie das menschliche Gehirn.

Schwache künstliche Intelligenz

Als schwache künstliche Intelligenz (engl.: weak AI oder narrow AI) werden Systeme bezeichnet, die sich auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme fokussieren. Die Problemlösung erfolgt hierbei auf Basis von Methoden der Mathematik und Informatik, die speziell für die jeweilige Anforderung entwickelt und optimiert werden. Das daraus resultierende System ist in der Lage, sich selbst zu optimieren.

Schwache KI-Systeme funktionieren reaktiv auf einem oberflächlichen Intelligenz-Level und erlangen kein tieferes Verständnis für die Problemlösung. Schwache künstliche Intelligenz ist vor allem auf die Erfüllung klar definierter Aufgaben ausgerichtet und variiert die Herangehensweise an Probleme nicht. Stattdessen greift die schwache künstliche Intelligenz auf Methoden zurück, die ihr für die Problemlösung zur Verfügung gestellt werden.

Alle heute existierenden Systeme fallen unter die Kategorie der schwachen KI.

In der wissenschaftlichen und philosophischen Diskussion werden teilweise auch Systeme als schwache künstliche Intelligenz bezeichnet, die nur intelligent scheinen, hinter denen jedoch keine künstliche Intelligenz im engeren Sinne steckt. Im Großteil der Fälle handelt es sich dabei um rein regelbasierte Systeme.

Beispiele für schwache KI

Schwache künstliche Intelligenz wird bereits in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens eingesetzt. Einige Beispiele hierfür sind …

  • Zeichen- bzw. Texterkennung
  • Bilderkennung
  • Spracherkennung
  • Individuelle Aussteuerung von Werbung
  • Automatisierte Übersetzung
  • Expertensysteme (z.B. das Ableiten von Handlungsempfehlungen auf Basis einer Wissensdatenbank)
  • Navigationssysteme
  • Autovervollständigung und Korrekturvorschläge bei Suchvorgängen

Der überwiegende Teil dieser Systeme stammt von großen Softwareherstellern (Google, IBM, Microsoft, Apple, etc.). Jedoch entstehen auch immer mehr kleinere Anbieter (Startups), die schwache Intelligenzen für die Lösung bestimmter Probleme oder Aufgaben entwickeln.

Besonders starkes Wachstum gibt es derzeit z.B. bei intelligenten Chatbots, die den Kundensupport übernehmen. Im B2B-Bereich wird die Buchhaltung durch schwache KI automatisiert und optimiert, ebenso wie der Posteingang und das Backoffice.

Starke künstliche Intelligenz

Das Ziel einer starken künstlichen Intelligenz (auch Superintelligenz, oder engl.: strong AI oder general AI) ist es, die gleichen intellektuellen Fertigkeiten von Menschen zu erlangen oder zu übertreffen.

Eine starke künstliche Intelligenz handelt nicht mehr nur reaktiv, sondern auch aus eigenem Antrieb, intelligent und flexibel.

Stand heute ist es noch nicht gelungen, eine starke künstliche Intelligenz zu entwickeln. Und auch die Diskussion, ob die Entwicklung einer solchen Intelligenz überhaupt möglich ist, hält weiter an. Die Mehrheit der Forscher ist sich mittlerweile allerdings einig darüber, dass starke KI entwickelt werden wird, man ist sich jedoch nicht einig darüber, wann dies geschehen wird.

Eine Zeitspanne von 20 bis 40 Jahren gilt jedoch als realistisch.

Eigenschaften einer starken KI

Trotz aller Spekulationen und Unsicherheiten gibt es unter den meisten Forschern und Wissenschaftlern bereits eine grundlegende Einigkeit dahingehend, dass eine starke Intelligenz folgende Eigenschaften aufweisen müsse, um als solche zu gelten:

  1. Logisches Denkvermögen
  2. Entscheidungsfähigkeit auch bei Unsicherheit
  3. Planungs- und Lernfähigkeit
  4. Fähigkeit zur Kommunikation in natürlicher Sprache
  5. Kombinieren aller Fähigkeiten zur Erreichung eines übergeordneten Ziels

Die Frage hingegen, ob starke KI ein eigenes Bewusstsein erlangen kann und welche Rolle Empathie, Selbsterkenntnis, Gedächtnis und Weisheit in Verbindung mit den vorgenannten Eigenschaften spielen, bleibt weiter offen. Spekuliert wird beispielsweise, dass eine Superintelligenz keine wirkliche Empathie besitzen wird, sondern diese lediglich zur schnelleren oder besseren Zielerreichung simulieren könnte.

Wer sich tiefer mit dem Thema Superintelligenz bzw. starke KI befassen möchte, sollte sich das Buch „Superintelligenz: Szenarien einer kommenden Revolution“ von Nick Bostrom zulegen.

5 Kommentare
  1. sbo
    sbo sagte:

    Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! :)

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  1. […] KI“ ist, haben wir es heute bestenfalls mit „schwacher KI“ zu tun. Was was ist, wird hier allgemeinverständlich und knapp erklärt, hier etwas […]

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