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Am 4. Dezember 1875 wurde Rainer Maria Rilke in Prag (Österreich-Ungarn) geboren. Der deutschsprachige Lyriker war einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne. Das Team von JUST ADD AI hat anlässlich des 142. Geburtstags von Rainer Maria Rilke ein neuronales Netz darauf trainiert, Texte wie Rilke zu schreiben.

Dazu hat das JUST ADD AI Team ein normales Recurrent Neural Network (RNN) mit Long-Short-Term-Memory Zellen (basierend auf Googles Open Source Deep Learning Library Tensorflow) mit den gesammelten Texten von Rilke gefüttert und darauf trainiert, eine ähnliche Sprache zu entwicklen, wie Rilke. Die ersten Ergebnisse nach relativ kurzer Trainingszeit sind, nun ja, lyrisch…

Das Netz wurde allerdings lediglich für ein paar Stunden auf einem MacBook trainiert und nicht weitergehend optimiert  – es ist daher nicht perfekt.

Aber die Resultate sind zumindest teilweise schon recht interessant. Zum 150. Geburtstag von Rilke soll dann eine KI präsentiert werden, die einen neuen Gedichtband verfassen kann, den auch Kenner für ein verschollenes Werk von Rilke halten könnten. Wir sind gespannt und werden darüber berichten!

Hier der aktuelle Output der Rilke-KI:

du bist immer?
ich bebte nicht. ich bin entzwei.

und der wind innig war und voller langmut,
erschien des einen weges blasser streifen,
in die stillen deiner gefühle
des herren hand erkälte
noch dunkles gesicht in der unbegreiflichen stücke
mischt. und die blumen, die
kinder gerissen, den sie alle fänden,
lust, weinend, niemals jünger; vielleicht
menschliches, da war das leben noch,
wenn ihre wurzel frauen sind;
an das sie, wie ein grab erschien der erde,
zu dem leben dieser zeit für sie. sogar
dort wirs heben und die alte herüber –
und sie schauern nur und weide.

nichts, herr jesus? bin ich weiter
und wie einer, welcher kam mir mehr für immer
mit einem kreisen ohnegleichen zögernd
an deinen alten bart.

der gedanke, die er betritt,
meine schande umsonst für dich, sie reine,
die du geliebte, namenlos da ich viele
dir wolltest ohne bild. alles trug,
das leben ist so schauspiel. so wohnen davor,
wie mir das fernste manchmal hilft: in mir.

da leben schon nur diese sonderbare
haben die kindheit,
wenn man sich dort wie verweint sich abschied
und unser gefühl ertrinkt darin
und hatte einen herrlich dann vielleicht
nicht die gestalten, die zart, wenn sie nach sich heben,
dann geht alles in mir auf, so heilt
sie auch alle für worte.

es ist, seines ende des gesichts
hält aus der wendung des daseins, talismanen
und augenblauen dem leeren lächeln.

siehst du ihn nicht mehr gegeben, –
mein gefühl war täglich tief ist und geht,
wie hier das gras ist und doch, was geschieht!

o herr bleibt mir verzicht.
habe vertraut:
habe mein herz. und verlassen
warst du in heilung.

du siehst, ich will viel.
nur die wipfel wagen noch klein,
nicht mehr bewohnbar.

ich bin zu hause zwischen tag und traum.
bang und wie blumen ganz aus gift

und leben als in einem spiegelbild

Rilke-KI, Bremen 4.12.2017


Bild Rainer Maria Rilke: Gemeinfrei