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Wissenschaftlern um Dr. Yuichi Mori von der Showa Universität in Yokohama ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die Vorläufer von Darmkrebs mit einer Genauigkeit von 94% erkennt.

Die Forscher präsentierten Ihre Studie auf der diesjährigen United European Gastroenterology Week – einer medizinischen Fachkonferenz.

Zur Erkennung der Krebs-Vorläufer wird Bildmaterial genutzt, das während einer Darmspiegelung entsteht. Dieses wird innerhalb einer Sekunde verarbeitet und betrachtetes Gewebe sofort kategorisiert. Im Zuge der Analyse wird die Bildgebung des Gewebes 500-fach vergrößert und auf 300 verschiedene Merkmale untersucht.

Wird eine bösartige Geschwulst erkannt, kann diese bereits während der Darmspiegelung entfernt werden. So lässt sich bösartiges Gewebe frühstmöglich entfernen und weitere Eingriffe, bei denen meist unnötig viel Gewebe entfernt wird, vermeiden.

Der bemerkenswerteste Durchbruch des Systems ist, dass die künstliche Intelligenz die optische Biopsie von kolorektalen Polypen in Echtzeit und unabhängig von der Fertigkeit des Endoskopierenden ermöglicht.

Dr. Yuichi Mori, Studienleiter

Als Trainingsdaten dienten den Wissenschaftlern mehr als 30.000 endoskopische Bildgebungen von Krebszellen und deren Vorstufen. Getestet wurde die künstliche Intelligenz an über 300 bereits diagnostizierten Polypen.

Das Team der der Showa Universität will nun weiter an dem Verfahren arbeiten, um schon bald eine Zulassung als reguläres Diagnoseverfahren erwirken zu können.


Bild: CC0 Lizenz